Darmgesundheit | Der Darm

Könnte man die Bakterien im Darm sichtbar machen, ergäbe das ein Bild eines unendlichen Gewimmels. Jedes Bakterium hat eine bestimmte Aufgabe! Wie es uns geht, hängt maßgeblich von der Arbeit dieses Darmvölkchens ab. Hast du gewusst, dass Billionen Bakterien im Darm etwa 1,5 Kilo an Gewicht ausmachen?

Schaltzentrale Darm

Wer den Darm für einen langweiligen Schlauch mit Verdauungsfunktion hält, hat weit gefehlt: Hier tobt das Leben! Mehr als eine Billion Bakterien aus bis zu 1000 verschiedenen Bakterienarten sind hier am Werk. eine essenzielle Symbiose: Ohne die geschäftigen Bakterien, die in unserem Darm ihr Auskommen finden, können wir nicht leben.

Wie kommt es im Darm zu dieser Bakterienvielfalt?

Die Bakterienbesiedlung beginnt bei der Geburt. Dafür ändert sich kurz vorher die Vaginalflora der Mutter. Sie enthält mehr Laktobazillen, mit denen das Kind besiedelt wird. Stillen trägt anschließend zu einer größeren Bakterienvielfalt im kindlichen Darm bei. Die ist wichtig, denn je größer die Vielfalt, desto mehr Funktionen übernehmen die Bakterien im Darm. Bei Dreijährigen ist die Entwicklung des Mikrobioms dann weitgehend abgeschlossen.

Wie wichtig ist die Ernährung für eine gesunde Darmflora?

Sie ist ein sehr wichtiger Faktor für das Gleichgewicht der Darmflora. Aber auch Medikamente oder negativer Stress haben einen Einfluss. Im Alter nimmt die Artenvielfalt der Darmbakterien übrigens wieder ab. Da profitiert man besonders von einer vielseitigen, gesunden mediterranen Ernährung mit Fleisch in Maßen, mit regelmäßig Fisch, viel Obst, Gemüse mit reichlich Ballaststoffen.

Welche Rollen spielen Prä- und Probiotika?

Präbiotika sind wichtige Nahrungsquellen für gute Darmbakterien. Sie finden sich in Ballaststoffen etwa aus Getreideprodukten, Artischocken oder Bananen. Und sie sind in Quellstoffen wie Flohsamenschalen oder Leinsamen enthalten, die bei Verstopfung die Verdauung anregen. Essen wir zu viel Fleisch, Weißmehlprodukte, Zucker und Fertiggerichte, kann das diejenigen Bakterien stimulieren, die Entzündungsprozesse fördern. Ist die Darmflora gestört, kann man mit Probiotika wie Laktobazillen oder Bifidobakterien gegensteuern. Sie kommen in Kefir, Dickmilch oder fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut vor.

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Was ist so faszinierend am Darm?

Die Bakterien steuern viel mehr, als wir uns vorstellen können. Und dabei unterscheidet sich das Mikrobiom ähnlich wie die Blutgruppen von Mensch zu Mensch. Manche können zehn bis 20 Prozent mehr Energie aus der Nahrung aufnehmen als andere. Das kann aber auch bedeuten, dass Menschen mit einem hohen Anteil an Zucker verwertenden Bakterien im Darm schneller Speck ansetzen. Der Darm hat die Funktion einer zentralen Schaltstelle. Hier findet ein komplexes Zusammenspiel zwischen Bakterien, der Nahrung, dem Nervensystem und der Immunabwehr statt. Daher spricht man auch vom „Bauchhirn“. Im Darm werden die Weichen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden gestellt.

Wie spielt der Darm mit dem Gehirn zusammen?

Der Darm ist von einem Geflecht von mehr als 100 Millionen Nervenzellen umgeben und besitzt damit ein eigenes Nervensystem. Ähnlich wie unser Gehirn nimmt es Reize und Informationen auf und verarbeitet sie. Früher glaubte man, die Nerven seien nur für die Darmbewegung zuständig, um die Verdauung zu befördern. Heute weiß man, dass der Darm über Nerven und Botenstoffe mit dem Gehirn verbunden ist. Der Darm hat Einfluss auf das, was im Gehirn passiert.

Wie spielen Darmbakterien und Immunsystem zusammen?

Das Mikrobiom reguliert quasi die Fitness unseres Immunsystems. Der Darm ist eine der größten Grenzflächen des Körpers. Was wir uns in Form von Nahrung zuführen, ist durch die Darmbarriere vom übrigen Körper abgeschottet. Die Bakterien setzen sich mit dem Darminhalt auseinander. Ein Lernprozess, an dem das Immunsystem immer beteiligt ist. Babys im Beikostalter, und damit auch ihre Darmflora, sollen daher ganz langsam ein Lebensmittelnach dem anderen kennenlernen.

 

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